Knieendoprothese (Künstliches Kniegelenk)

Das künstliche Kniegelenk bildet eine operative Behandlungsmöglichkeit bei einem Kniegelenksschaden, bei dem alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden und die gelenkerhaltenden operativen Maßnahmen wie Knorpelzelltransplantation und Umstellungsosteotomie nicht mehr erfolgsversprechend sind.

Zeitpunkt:

Der richtige Zeitpunkt ein Kunstgelenk einzusetzen ist dann gekommen, wenn die Beschwerden beim Laufen oder auch in Ruhe auftreten, sodass es zu einer Funktionseinschränkung, einer schnell fortschreitenden Achsabweichung des Beines oder Einschränkung der Lebensqualität gekommen ist. 

Symptome:

Typisch sind Schmerzen im Bereich des Kniegelenks bei Belastung aber auch in Ruhe. Es kommt zu einer Gelenkkonturvergröberung. Je nach Aktivität der Arthrose finden sich Schwellung, Überwärmung oder auch ein Erguss.

Diagnostik:

In der Regel gibt ein konventionelles Röntgenbild des Kniegelenkes unter Belastung die notwendigen Informationen zur Indikationsstellung. Eventuell ist eine Kernspinntomographie das sogenannte MRT notwendig zur Differenzierung ob vielleicht ein Teilgelenk ausreichend ist.

Therapie:

Die Implantation einer Knieprothese ist mit dem Ersatz des Hüftgelenkes eine der häufigsten orthopädischen Operationen in Deutschland. Beide verlangen aber dennoch Erfahrung und Sorgfalt in der Durchführung. Je nach Beinachse und Bandführung kommen verschiedene Prothesen zum Einsatz.

Prothesentypen:

Bei einem auf nur einen Teil des Kniegelenks begrenzten isolierten irreparablen Knorpelschaden, ist es möglich, einen Teilersatz durchzuführen. Dies nennt sich
Schlittenprothese oder isolierter Patellaersatz. Voraussetzung ist jedoch das alle anderen Gelenkanteile in gutem Zustand sind und die Bandführung intakt ist. Sind beide oder alle drei Hauptanteile betroffen so muss ein Knieoberflächenersatz gewählt werden. Voraussetzung hierzu sind jedoch auch hier intakte Seitenbänder. Bei starken Achsabweichungen und irreparablen Bandschäden ist lediglich die Versorgung mit einer gekoppelten Knieprothese möglich, die auch diese Schäden kompensieren kann.

In einem persönlichen Beratungsgespräch werde ich gemeinsam mit Ihnen entscheiden, welche Prothese für Ihr Problem die richtige ist und wir werden besprechen, welche Funktion Sie damit realistisch erreichen können.

Die teilweise Unzufriedenheit nach Einbau von Kunstgelenken entspringt einer falschen Vorstellung was das neue Kunstgelenk wirklich leisten kann. Vergessen Sie nicht, es handelt sich um einen Gelenkersatz, der besser ist als Ihr geschädigtes Gelenk. Die Qualitäten eines gesunden Kniegelenks kann die Endoprothese nicht erreichen.

Noch offene Fragen können und müssen in einem persönlichen Gespräch geklärt werden. Emailanfragen hierzu sind nicht zielführend.


Dr. Dietrich Schulte-Bockholt